Von Möpsen und Männern

„Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“ – diese weisen Worte von Loriot geben mir zu denken. Von meinem Standpunkt aus könnte man das „Mops“ durch „Mann“ ersetzen –pug-1522653_1920

(kurze Pause für Aufschrei des Entsetzens).

Aber was, wenn ein Mann sich selbst als Mops bezeichnet? Noch dazu als „Mopsfrucht“?

Mal wieder hatte alles ganz gut angefangen. Er sah sympathisch aus, konnte gerade Sätze formulieren, bescheinigte mir, ich mache doch einen netten, witzigen Eindruck – gutes Kompliment für den Anfang.

Nachdem ich eine Weile nicht in Berlin war, wollten wir uns treffen. Eigentlich.

Wir texten und versuchen einen Ort zu vereinbaren. Ah, er wohnt ganz bei mir in der Nähe und um die Ecke von meinem Fitnessstudio, sage ich. Ob ich da oft hingehe, fragt er.

Na, so zwei bis drei Mal die Woche.

Gut, dass muss man nicht toll finden – jeder, wie er mag. Ich kann verstehen, wenn jemand die Gym nicht besonders ansprechend findet.

Doch seine Sorge galt fortan seiner Figur: „Ich hab auch schon überlegt ob ich mich in der Gym anmelde, weil ich etwas dick bin.“

Ich ignoriere das und referiere zum Spaß am Sport.

„Würde denn ein mopsiger Freund für dich in Frage kommen?“

Mmmh, etwas breit aufgestellte Frage, Junge. Vor allem, wenn ich EIN schwarz-weißes Gesichtsfoto von dir kenne. Woher soll ich denn wissen, ob etwas für mich in Frage kommt, von dem ich nicht genau weiß, was es ist?

Mopsig, pummelig, etwas mehr auf den Rippen, stattlich, beleibt, stämmig, massig, umfangreich, korpulent, üppig, vollschlank, oder reden wir doch eher von bös adipös?

Letzteres wäre wohl nichts für mich, über etwas mopsig lässt sich aber durchaus reden. Vor allem, wenn er auch noch groß ist. Der Mann. Also der ganze Mann.

Da hat man was zum Anlehnen usw, um jetzt das Klischee zu zitieren. Irgendwie gefällt mir ja auch die Vorstellung, nicht mehr drei Mal die Woche ins Fitnessstudio zu rennen und Schnappatmung zu kriegen, wenn jemand für ein Date „Eis essen“ vorschlägt. Hmpf! Nein! Eis! Das geht nicht, wenn ich nicht vorher in der Gym gewesen bin. Unnötige Verschwendung von Kohlenhydraten, die ich an anderer Stelle sonst für Alkohol verwenden könnte.

Und ich hasse „Sex and the City“ aus diversen Gründen, aber in diesem Fall bin ich ganz bei Carrie Bradshaw: Ich reserviere meine Kohlenhydrate für Wein. Das nennt man Prioritäten.

Nun schwelge ich also in meiner Fantasie vom gemeinsamem auf-der-Couch-Eis-essen-und-Speckrollen-zählen.

Da wendet er bereits ein, dass er gut küssen könne und die Figur (die ich ja eh nicht kenne) damit wieder wettmache, aufwiege (!) quasi.

Und es geht sogar schon weiter.

„Komisch, dass du Single bist.“ Ganz meine Rede. (Ne, im Ernst – vielleicht bin ich einfach eine oberflächliche Kuh und das erklärt es – siehe oben)

Ich so: Es ist eben nicht so einfach jemanden zu finden, der passt.

Er so:

„Hm da hast du recht, eventuell liegt das aber auch an zu hohen ansprüchen

Naja wobei ansprüche sollte man schon haben

Na egal es kriegst du mal einen mops zum probieren

die mopsfrucht“

WHAAAAAAT?

Anscheinend liegt es wirklich an zu hohen Ansprüchen. Meine Motivation fürs Eis essen mit einer „Mopsfrucht“ tendiert allerdings in den Minusbereich.

Vielleicht bin ich aber auch einfach ein judgemental Miststück. Dazu mehr im nächsten Beitrag.

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